Der Softwarekrieg – Googles Android vs. Apples iOS
Der Smartphone-Markt boomt. Und mit ihm hat der Hersteller-Kampf um das beliebteste Betriebssystem längst begonnen. Lange dominierte Apples iOs, doch mittlerweile ist Googles Android zu mehr als einem ernsthaften Konkurrenten geworden.
Immer mehr Nutzer entscheiden sich für die kleinen internetfähigen Touchscreen-Alleskönner. Die Mobilfunk-Technologie-Welle ist längst aus den USA nach Deutschland geschwappt. Auf dem heiß umkämpften Parkett stehen sich zwei mächtige Krieger gegenüber, deren Kräfteverhältnisse sich in letzter Zeit maßgeblich verschoben haben.
Im Ring: Google vs. Apple
Die Kontrahenten heißen Google und Apple. Der Suchmaschinenkonzern und der Computerhersteller kämpfen – angeführt von ihren CEOs Eric Smith bzw. Steve Jobs – um die Marktanteile. Interessant ist, zu sehen, dass beide dabei auf völlig unterschiedliche Strategien setzen. Fragt sich, welche von beiden letztendlich die erfolgreichere sein wird.
Apples Smartphone-Betriebssystem iOS
Apple ist mit der Entwicklung des iPhones und dem dazugehörigen Betriebssystem iOS definitiv der Schlüssel zum Smartphone-Markt gewesen. Durch die außergewöhnliche Verbindung von Design und Funktionalität gelingt den Apple-Entwicklern zumeist eine synergetische Ergänzung beider Bereiche. Mit dieser Strategie scharte Apple in den letzten Jahren einen ständig wachsenden, extrem treuen Kundenstamm um sich. Viele Apple-Kunden identifizieren sich in hohem Maße mit der Marke und fiebern der Markteinführung neuer Artikel entgegen. Doch wie gelingt ihnen das?
Als kundenbindend wirkt vor allem die Tatsache, dass das Apple-System völlig in sich geschlossen ist. Dabei sind im Apple-Universum – vom iMac, übers iPhone und iPad bis hin zum iTunes-Store – alle Produkte präzise aufeinander abgestimmt, sodass dem User eigentlich nichts fehlt – zumindest solange, wie er diese nicht mit Produkten anderer Hersteller kombinieren will. Denn dann beginnen die Probleme.
Google und sein Betriebssystem Android
Das sieht bei Google völlig anders aus: “Der Informationsbedarf überschreitet alle Grenzen“, liest man im Unternehmensprofil. Das gilt zwar für den User, aber natürlich auch für Google. Deshalb ist Googles Betriebssystem für mobile Endgeräte, Android quelloffen. Im Gegensatz zum iOS – für das erst ein Gesetzesbeschluss in den USA her musste, um das “jailbraken” zu legalisieren – ist Android also auch mit Google-fremden Hard- und Softwarekomponenten kompatibel. Nicht verwunderlich, dass es Android im Sommer 2010 in den USA erstmals gelang, das iPhone-Betriebssystem in den Absatzzahlen zu überholen.
Das war natürlich nur eine Frage der Zeit. Denn nicht wie bei Apple, wo das iOS eben nur auf dem iPhone läuft, gibt’s Android auf verschiedenen Hardware-Endgeräten, darunter neben Motorola und HTC auch Samsung, Sony Ericsson und LG).
Android auf der Überholspur
Dies verdeutlicht die unterschiedliche Strategie der beiden Konzerne: Apple konzentriert sich auf seine eigene (preisintensive) Baureihe, deren Optimierung und einen exklusiven Kundenstamm wohingegen Google geradezu versucht, den Markt mit seinen (kostenlosen) Produkten zu fluten, dafür aber Informationen von den Usern für eigene Zwecke sammelt.
Mit den Statistiken aus dem August hatte das Android-OS seine Verkaufszahlen innerhalb von nur zwei Monaten verdoppelt, denn Ende Mai 2010 waren es noch “lediglich” 100.000 abgesetzte Geräte gewesen. Im Vergleich zum Vorjahr soll der Absatz Android verwendender Smartphones im zweiten Geschäftquartal 2010 gar um beispiellose 886% gestiegen sein. Tendenz – laut Prognosen – stark steigend.
