gTLD-Programm: Neue Top Level Domains kommen im Januar
Ab dem 12. Januar können Bewerbungen um die neuen generischen Top Level Domains, kurz gTLD, eingereicht werden. Wer sich eines dieser neuen Namensglieder sichern will, muss jedoch jede Menge Geduld und das nötige Kapital mitbringen.
Denn nach Angaben des Domainverwalters SWITCH kann die Bewerbung für die neuen gTLD bis zu 185.000 U.S.-Dollar kosten und ihre Durchsicht zwischen neun und zwanzig Monate in Anspruch nehmen. Außerdem warnen Experten vor den Gefahren der neuen Adress-Endungen, die nichtsdestotrotz jede Menge Möglichkeiten für Verwaltungsinstitutionen und Wirtschaftsunternehmen bieten.
Top Level Domains bestimmen Internet-Adress-Struktur
Nie war das Internet größer und vielgestaltiger als jetzt und nie wurden so viele neue Websites kreiert. Doch das rasante Wachstum hat einen Haken, der schon vor geraumer Zeit erkannt wurde: Die verfügbaren Adressen werden knapp. Aus diesem Grund wurde im Sommer diesen Jahres beschlossen, die aktuelle Adress-Struktur zu erweitern und neue Top Level Domains zu kreieren. Die TLD bezeichnen dabei den letzten Teil im Namen einer Website oder eines Servers und sind vor allem in länderspezifischer Form bekannt.
Doch neben .de, .co.uk und anderen bekannten Adress-Endungen sind es vor allem die allgemeinen, die generischen TLD, die im Web für Ordnung sorgen. Von .com über .net bis hin zu .info werden sie für einen Großteil aller Internet-Adressen gebraucht. Unterschieden wird dabei nach gesponsorten und nicht gesponsorten gTLD, wobei letztere von der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) und der 1992 gegründeten Internet Society verwaltet werden. Um in Zukunft die Zahl der Adress-Endungen zu erweitern und das Beantragen selbst gewählter Domains einfacher zu gestalten, beschloss der Internetverwalter ICANN im Sommer 2011 neue Richtlinien, die im Januar 2012 in Kraft treten sollen.
gTLD-Programm: Neue generische Top Level Domains
Ab diesem Zeitpunkt können Regierungen und Unternehmen jeden beliebigen Begriff als Endung für eine Webadresse beantragen, egal ob Branchen- oder Themen-bezogen, kommerziell oder einfach nur möglichst individuell. Allerdings ist der Bewerbungsprozess aufwendig, um beispielsweise sicher zu gehen, dass geschützte Markennamen nur vom Rechteinhaber genutzt werden, und auch für andere neue gTLD gelten bestimmte Einschränkungen. Trotzdem ist das künftige System insgesamt sehr viel freier, könnte die Suche nach Informationen verändern und Online-Präsenzen stärken.
Kritik gibt es aber unter anderem durch die Coalition for Responsible Internet Domain Oversight (Crido), die hohe Kosten und einen unverhältnismäßigen Aufwand für Unternehmen befürchten, die sich in Sachen Markenschutz und Urheberrechte nach allen Seiten absichern und mögliche Namenskombinationen mühsam testen müssen. Außerdem wird die erste Bewerbungsrunde nur bis April 2012 laufen, ob und wann es eine zweite Runde geben wird, weiß noch Niemand. So ist es nicht sicher, ob auch Unternehmen, die derzeit nicht über die nötigen Mittel verfügen oder noch keine genaue Vorstellung ihrer Wunsch-Domain haben, ebenfalls die Chance bekommen, sich in ein paar Jahren für eine eigene gTLD zu bewerben.
