Wie funktioniert der neue Mobilfunkstandard LTE?
Internet für das Handy wird immer schneller. Dafür steht die neue Technik Long Term Evolution (LTE). Doch was kann der neue Mobilfunkstandard eigentlich?
Internet für das Handy oder das Smartphone verbreitet sich rasend schnell. 21 Prozent aller Handybesitzer in der Zielgruppe zwischen 14 und 64 Jahren nutzen bereits das mobile Internet. Bald könnte dank LTE mobiles Surfen schneller sein als der häusliche DSL-Anschluss. Die benötigten Frequenzen wurden im Mai 2010 von der Bundesregierung versteigert. Doch wie funktioniert die neue Technik?
UMTS und DSL
Wer mobil im Netz ist, nutzt zumeist den Mobilfunkstandard UMTS. Dabei sind Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde möglich. Damit bleibt man deutlich unter den Möglichkeiten des heimischen DSL-Anschlusses, wo bis zu 50 Megabit pro Sekunde erreicht werden. UMTS gilt zudem als störanfällig. Sobald viele Nutzer das mobile Internet über die selbe Funkzelle nutzen, wird die Geschwindigkeit spürbar gedrosselt.
Abhilfe für das mobile Internet durch LTE
Abhilfe soll hier der neue Mobilfunkstandard LTE schaffen, mit dem Bandbreiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich sind. Long Term Evolution gilt zusätzlich als nicht so problemanfällig wie UMTS oder DSL. Die neuen Möglichkeiten revolutionieren mobiles Surfen per Handy oder Smartphone.
Long Term Evolution ab 2011 im deutschen Netz
Die deutschen Netzbetreiber planen die Einführung des Mobilfunkstandards LTE für das Jahr 2011. Die entsprechenden Handys und Smartphones sind aber noch nicht auf dem Markt. Google wird der erste Anbieter sein, der in Zusammenarbeit mit dem Hersteller HTC den Mobilfunkstandard LTE Ende 2011 in sein neues Tablet integriert. Von Seiten der Rundfunkanstalten gab es zunächst Befürchtungen, dass LTE die Übertragung des digitalen Fernsehstandard DVB-T stören könnte. Erste Test gaben aber keinen Grund zur Besorgnis.
Billiger und besser: Mobiles Surfen für alle
LTE wird dazu führen, dass Gemeinden, die bisher vom Breitbandinternet ausgeschlossen waren, nun ebenfalls mit höchster Geschwindigkeit surfen können. Auch aus Kostengründen bietet sich die neue Technik an. Jedes übertragene Megabyte kostet nach Expertenmeinung 5,5 Cent weniger als eine herkömmliche Übertragung mit UMTS. LTE hat sich gegen die Konkurrenztechnik Wimax durchgesetzt, die jetzt nur noch als ergänzende Funk-Technologie genutzt wird.
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Auf der CES in Las Vegas diesen Monat wurden bereits einige LTE Geräte vorgestellt (HTC, LG, usw.) – ich denke lange wird man auch in Deutschland nicht mehr darauf warten müssen.
Übrigens gibt es bereits seit letztem Jahr bereits ein LTE Netbook, das Samsung N350.
Der Transparenz wegen vorweg: Ich bin als freier Mitarbeiter für BASE/E-Plus im Internet unterwegs, um zum Thema “mobiles Surfen” mit zu diskutieren.
@Christian Rieber
Dass es auch in Deutschland bald LTE-Smartphones geben wird, wird m.E. noch eine ganze Weile dauern – zumindest bis es einigermassen erschwingliche Modelle in ausreichender Stückzahl geben wird.
Ich hab neulich ein Interview mit dem Deutschland- und Zentraleuropa-Chef von Qualcomm (u.a. Snapdragon-Hersteller und Mobilfunktechnologie-Lieferant) gelesen. Darin hat er gesagt: “Auch 2014 werden noch mehrheitlich die derzeitigen Technologien der dritten Generation wie HSPA und HSPA+ genutzt werden.” Und: “Zunächst werden Datensticks und -modems verfügbar sein, Smartphones werden erst später auf den Markt kommen. Das hängt vor allem davon ab, ob Netzbetreiber und Kunden das wünschen. Zudem ist es eine wichtige Frage, wie Sprachtelefonie in LTE realisiert wird.” Solange das nicht geklärt ist, wird sich die Nachfrage bestimm tin sehr engen Grenzen halten.
Rainer
